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Johannes Gutenberg
Erfinderisch Sein Druckverfahren mit beweglichen Lettern löste in Europa um 1450 eine Medienrevolution aus. Die Möglichkeit, schnell Druckerzeugnisse zu produzieren, bildete die Grundlage für die Entstehung einer freien Presse. Zeitungen und Flugblätter wurden Massenprodukte und erreichten viel mehr Menschen als zuvor. Gutenberg (eigentlich: Gensfleisch) starb am 3. Februar 1468 in Mainz, wie aus einem zeitgenössischen Druck hervorgeht.Foto: Gutenberg-Museum - 2/13
König Christian VII
Fortschrittlich „Begründer der deutschen Pressefreiheit“: Als Herzog von Schleswig und Holstein garantierte der skandinavische König 1770 die Pressefreiheit kraft Gesetzes - erstmals im Gebiet des heutigen Deutschland. Christian VII starb 1808 an den Folgen eines Schlaganfalls. Sein Pressegesetz wurde durch die „Karlsbader Beschlüsse" vom 20.09. 1819 kassiert. Ab Mai 1874 regelte das Reichspressegesetz die Pressefreiheit in Deutschland einheitlich.Foto: ddp images - 3/13
Georg Büchner
Revolutionär Der Schriftsteller (u.a. „Woyzeck“, „Dantons Tod“) schrieb gegen die Missstände seiner Zeit. Veröffentlichte 1834 seinen „Hessischen Landboten“, in dem er die Bauern zur Revolution gegen die bestehenden Herrschaftsverhältnisse aufrief. Wurde danach steckbrieflich gesucht und musste nach Frankreich flüchten. Büchner starb 1837 in Zürich.Foto: Wikimedia - 4/13
Fritz Michael Gerlich
Mutig Herausgeber der katholischen Zeitschrift „Der Gerade Weg“, die sich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten offen gegen Hitler wandte. Nach dem sogenannten „Röhm-Putsch“ 1933 wurden die Redaktionsräume des „Geraden Weg“ von SA-Mannschaften überfallen. Gerlich wurde schwer misshandelt und in „Schutzhaft" genommen. Er wurde 1934 im KZ Dachau erschossen.Foto: Dr. Max A. Hoefter - 5/13
Rudolf Augstein
Visionär Publizist, Verleger und Gründer des SPIEGEL. Wurde 1962 im Zuge der Berichterstattung über den Zustand der Bundeswehr auf Initiative des damaligen Verteidigungsministers Franz-Josef Strauß verhaftet und saß über 100 Tage wegen angeblichen Landesverrats im Gefängnis. Der einzige Deutsche, der vom „International Press Institute“ als einer von 60 „World Press Freedom Heroes“ ausgezeichnet worden ist. Augstein starb 2002.Foto: ddp images - 6/13
Helmut Rosenberg
Ideenreich Bei seiner Zeitschrift, den „St. Pauli Nachrichten“, ging es eher um Textil- als um Pressefreiheit. Das änderte sich, als die Porno-Indizierung drohte. Rosenberg wurde zum Kämpfer für die Pressefreiheit und ließ die Zeitschrift im Februar 1970 kurzzeitig als Tageszeitung erscheinen. Dafür korrigierte er das Konzept: weg von Sex und Pornografie, hin zu politischen Themen, zur Freude des späteren SPIEGEL-Chefs Stefan Aust und von Henryk M. Broder, die damals für die „St. Pauli Nachrichten“ arbeiteten. Kurze Zeit später ging es aber wieder zurück zum alten Format als Sexblättchen. Rosenberg erlag 1985 einem Krebsleiden.Foto: Günter Zint - 7/13
Günter Wallraff
Investigativ Arbeitete verdeckt als Stahlkocher am Hochofen, in Billig-Großbäckereien, reiste als Afrikaner verkleidet durch Ostdeutschland und veröffentlichte in Büchern und Reportagen seine Erfahrungen. Berühmtester Fall ist bis heute eine Undercover-Reportage bei BILD Hannover 1977, die eine bundesweite Diskussion über journalistische Qualitätsstandards entfachte. Im Mai 2010 wurden Details aus dänischen Geheimdienstakten bekannt, wonach Wallraff in den 1970er-Jahren Kontakt zur DDR-Staatssicherheit gehabt hatte. 2006 hatte er eingeräumt, sein Umgang mit der Stasi sei "naiv und leichtfertig" gewesen.Foto: ddp images - 8/13
Rüdiger Rosenthal
Konspirativ Rosenthal war als Ostberliner Autor unter seinem Namen und unter verschiedenen Pseudonymen für westliche Medien tätig. Er gehörte zur alternativen Kultur-Opposition in der DDR und arbeitete in Friedens- und Umweltgruppen mit. Wegen langjähriger Publikations-, Auftritts- und Reiseverbote und des politischen Verfolgungsdrucks emigrierte er 1987 nach Westberlin. In der DDR konnte Rosenthal nur wenig publizieren. Die meisten seiner Veröffentlichungen erfolgten ohne Genehmigungen in westdeutschen Medien. Rosenthal ist heute Pressesprecher der Umweltorganisation BUND.Foto: BUND - 9/13
Bärbel Bohley
Engagiert Malerin und Bürgerrechtlerin in der DDR. 1985 Mitgründerin der Bürgerinitiative "Frieden und Menschenrechte", 1989 baute sie das "Neues Forum" mit auf. Bohley hat bei der politischen Untergrundzeitschrift "grenzfall" mitgeschrieben, die ein Instrument der DDR-Opposition war. 1988 erschien eine Ausgabe komplett in ihrer Verantwortung. Nach dem Zusammenbruch der DDR engagierte sich Bohley weiter in der Politik und für ein vereinigtes Europa. Sie starb 2010 im Alter von 65 Jahren Krebs.Foto: ddp images - 10/13
Jörg Klotzek und Martin Riedlaicher
Unbeugsam Erhielten 2005 den Wächterpreis der deutschen Tagespresse für ihre Berichterstattung in der „Passauer Neuen Presse“ über Machenschaften des Ex-CSU-Fraktionsvorsitzenden im Passauer Kreistag, Klaus Huber. Recherchierten trotz Druck weiter und sorgten 2005 in der Folge für die Amtsenthebung Hubers. Jörg Klotzek ist heute Polizeireporter der "Passauer Neuen Presse", Riedlaicher leitet der Lokalredaktion Hauzenberg.Foto: Klotzek / Riedlaicher - 11/13
Konstantin Niehaus
Talentiert Der Chefredakteur der Bad Segeberger Schülerzeitung „Neue Litfaßsäule" kritisierte in einem Kommentar den zu harten Sportunterricht an seiner Schule. („Es ist leichter bei den Navy Seals oder den deutschen Kampftauchern angenommen zu werden, als für das Laufen an der Dahlmannschule eine Eins zu bekommen.") Niehaus bewies Mut und Unabhängigkeit, weil er die eigene Schulleitung und somit quasi den Herausgeber der Zeitung angriff. Sein Kommentar erhielt 2011 den Sonderpreis beim Schülerzeitungswettbewerb der Jugendpresse Schleswig-Holstein.Foto: Jana Tilz/Hamburger Abendblatt - 12/13
Knud Knudsen
Ausdauernd Ihm verdanken die Bewohner der Hallig Süderoog eine freie Presse. Zugegeben, es sind nur zwei Personen. Aber ohne Briefträger Knud Knudsen, der zwei Mal wöchentlich die sieben Kilometer von Pellworm nach Süderoog zu Fuß zurücklegt, gäbe es auf der kleinen Nordseehallig keine Zeitungen. Ein wettergegerbtes Gesicht der Pressefreiheit!Foto: ddp images - 13/13

Von Lennart Wermke



