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Bilder klauen, Fotografen aussperren: Musikbands und ihr seltsames Verständnis von Pressefreiheit

Konzertfotografen müssen oft große Einschränkungen hinnehmen. Einen besonders dreisten Fall hat der Kölner Peter Wafzig vor einigen Tagen erlebt. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Band das Grundrecht der Pressefreiheit missachtet. Das 20zwoelf-Blog hat den Fall dokumentiert.
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    Diese E-Mail schickte der Fotograf an den Konzertmanager...
  • 2/3

    ...und bekam diese Nachricht als Antwort...
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    ...die zweite E-Mail von Wafzig an den Veranstalter

Fotografen müssen besonders in Sachen Bilderklau ja einiges ertragen. Dass ein Konzertmanager aber unerlaubt Bilder ins Netz stellt und dies mit dem Hinweis auf die Akkreditierung begründet, klingt fast schon absurd, ist aber genau so dem Kölner Konzertfotografen Peter Wafzig passiert.

Der Fall

Peter Wafzig besuchte vor einigen Tagen für laut.de und die Rheinische Post das Konzert einer mittelbekannten Band, die bei Konzerten meist einige hundert Besucher hat. Als er nach dem Konzert bemerkte, dass die Band drei seiner Bilder unerlaubt ins Internet gestellt hatte, schrieb er den Verantwortlichen an und bat, die geklauten Fotos wieder aus dem Netz zu nehmen (siehe Bildergalerie).

Die verblüffende Antwort des Konzertmanagers: "Ich sehe das weniger als klauen, weil wir Dir über eine Presseakkreditierung die Erlaubnis gegeben haben, Bilder zu machen." Dass die Band die Bilder einfach hochstellen darf, bezeichnete er als "stillschweigende Gegenleistung", erklärte generös, dass das doch "eine nette Geschichte seitens der Band" sei.

Konzertfotograf Peter Wafzig
Foto: www.peterwafzig.de
Die Folgen

Für Peter Wafzig war dies weniger generös, sondern schlichtweg illegal. Er wies in seiner Antwort darauf hin, dass Fotoakkreditierungen keine Handelsware seien und bestand darauf, dass die Fotos aus dem Netz genommen werden. Der Manager willigte ein, wies ihn aber schon in seiner ersten Nachricht auf mögliche Folgen hin: "Du musst damit rechnen, dass wir Dir keine Fotoakkreditierung mehr geben. Weil so sehen wir keinen Nutzen mehr in der Zusammenarbeit."

Willkür der Veranstalter

Ein solches Vorgehen ist kein Einzelfall. "Für uns Fotografen ist das nicht das Ende der Fahnenstange", sagt Wafzig gegenüber dem 20zwoelf-Blog. So ist es längst die Regel, dass Konzert-Akkreditierungen mit unzähligen Auflagen verbunden sind. "Als Fotograf hat man zunächst einmal kein Recht auf Zugang zu Konzerten", erklärt der Fotograf das Problem. "Das sind streng genommen private Veranstaltungen, wo die Veranstalter eigene Regeln über das Hausrecht durchsetzen können. Um die Pressefreiheit brauchen sie sich nicht zu kümmern."

Was die Band "Silbermond" von Pressefreiheit hält

Es ist nicht das erste Mal, dass Peter Wafzig solche Einschränkungen erlebt. 2009 sollte er für laut.de ein Konzert der Band Silbermond fotografieren. Als der Manager der Band ihn als Fotografen von laut.de identifizierte, entzog er ihm die Foto-Akkreditierung. "Als Begründung sagte er, dass laut.de die Silbermond-Platten böswillig runterschreiben würde", sagt Wafzig, der so ohne Fotos wieder nach Hause fahren musste. Die laut.de Redaktion aber stand hinter dem Fotografen, der Vorfall wurde öffentlich - und warf ein ziemlich schlechtes Licht auf die Band.

Das Fazit des Fotografen: "Man darf sich von solchen Drohungen nicht beeinflussen lassen."
 Andreas Rickmann

Von Andreas Rickmann

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