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Google-Trends und Twitter-Zahlen: Wie sich die ZDF/CSU-Affäre im Netz widerspiegelt

Die jüngsten Suchanfragen bei Google und die Anzahl der Tweets zum Thema zeigen: Die Debatte um den ehemaligen CSU-Sprecher Hans Michael Strepp ist mittlerweile zwar wieder abgeflacht. Trotzdem macht die Aufregung der vergangenen Tage deutlich: Das Thema Pressefreiheit führt regelmäßig zu heftigen Reaktionen.
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    Twitter-Mentions des Begriffs "CSU" im zeitlichen Verlauf der vergangenen Tage.Quelle: analytics.topsy.com
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    Auch der Begriff "Pressefreiheit" wurde bei Twitter im Zuge der Affäre deutlich häufiger genannt. Quelle: analytics.topsy.com


Wir haben einige Zahlen aus den Netz zusammengetragen und den Deutschen Journalisten Verband gefragt, welche Konsequenzen der Fall für die Zukunft haben muss.

Google-Trends: Jahreshoch für “CSU”


Die heftige Debatte spiegelte sich besonders in den Twitter-Mentions wider (Bilder oben). Wurde der Begriff “CSU” im Oktober pro Tag meist etwa 2000 Mal in Tweets gebraucht, so waren es während der ersten Tage der Affäre zum Teil mehr als dreimal so viele. Auf einem niedrigerem Niveau wird das auch für den Begriff der "Pressefreiheit" deutlich, der ebenfalls mehr als doppelt so häufig bei Twitter gebraucht wurde.

Linktipp zum Thema

Kommt es vor, dass sie Journalisten anrufen, die kritische Berichte über Sie schreiben? Diese Frage haben wir FPD-NRW-Chef Christian Lindner Anfang dieses Jahres in einem Interview gestellt. Seine Antwort gibt es hier nachzulesen.
Der Suchbegriff “CSU” erreichte bei den Google-Trends (untere Grafik) für Deutschland im Zuge der Affäre am 25. Oktober einen Jahreshöchswert, ist mittlerweile aber wieder abgeflacht. Der Wert zeigt die Häufigkeit an, wie oft im Verhältnis zu anderen Anfragen nach einem Begriff bei Google gesucht wurde. Interessant: Die Twitter-Mentions sind der Google-Nachfrage etwa einen Tag voraus.



"Die Journalisten haben den Politikern auf die Finger zu klopfen, nicht umgekehrt."


Darum geht's in der Affäre

Ex-CSU-Sprecher Hans Michael Strepp soll durch einen Anruf in der "heute"-Redaktion versucht haben, die Berichterstattung über den SPD-Parteitag in Bayern zu verhindern. In dem Telefonat soll er betont haben, es werde "Diskussionen nach sich ziehen", sollte der Bericht gesendet werden.
Strepp selber betonte, es habe keinen Versuch der Einflussnahme gegeben. Der CSU-Sprecher trat einen Tag nach bekanntwerden der Vorwürfe von seinem Amt zurück.

Die öffentliche Diskussion um das Thema ist mittlerweile zwar wieder abgeflacht, aus Sicht des Deutschen Journalisten Verbands ist die Affäre um den Sprecher noch nicht ausgestanden.
"Offen ist immer noch, ob Hans Michael Strepp von seinen Chefs angewiesen wurde, die Fernsehberichterstattung über den SPD-Landesparteitag zu verhindern. Die Dementis der Herren Seehofer und Dobrindt überzeugen nicht," sagt DJV-Sprecher Hendrik Zörner gegenüber dem 20zwoelf-Blog.


Der Fall hat auch die Diskussionen um Politiker in Aufsichtsratsgremien der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten neu entfacht.

„Ergreifen Sie die Initiative zum Rückzug aller Politiker aus den öffentlich-rechtlichen Aufsichtsgremien im Wahljahr 2013", forderte der ehemalige ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender die Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Woche in einem offenen Brief auf. Vor drei Jahren hatte es der von CDU-Politikern dominierte Verwaltungsrat des ZDF abgelehnt, Brenders Vertrag zu verlängern.

Auch der DJV fordert Kosequenzen: "Politiker gleich welcher Couleur sollten endlich akzeptieren, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht die Domänen ihrer parteipolitischen Machtspiele sind", sagt Hendrik Zörner. "Die Journalisten haben den Politikern auf die Finger zu klopfen, nicht umgekehrt."
 Andreas Rickmann

Von Andreas Rickmann

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